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EUDR 2026: Entwaldungsverordnung — Pflichten für die Lieferkette

Veroeffentlicht: 2026-03-31 Lesezeit: 3 Min.
EUDR 2026: Entwaldungsverordnung — Pflichten für die Lieferkette

EUDR: Die EU-Entwaldungsverordnung Im Praxischeck 2026

Die EU-Entwaldungsverordnung (EU 2023/1115, kurz EUDR) ist eines der anspruchsvollsten Handelsregulierungen, die die EU je verabschiedet hat. Ab 2026 gelten für Großunternehmen umfassende Sorgfaltspflichten. KMU haben sechs Monate längere Übergangsfrist. Was konkret zu tun ist.

Was regelt die EUDR?

Die EUDR verbietet das Inverkehrbringen oder den Export bestimmter Rohstoffe und Erzeugnisse, die nach dem 31. Dezember 2020 auf entwaldetem oder walddegradierten Land erzeugt wurden. Sie gilt auch für aus diesen Rohstoffen hergestellte Produkte. Betroffene Rohstoffe:

Die drei Kernpflichten der EUDR

1. Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement)

Vor dem Inverkehrbringen müssen Unternehmen eine Sorgfaltserklärung einreichen. Diese enthält: Die Sorgfaltserklärungen werden in einem EU-Informationssystem (IS) registriert, das mit Zollbehörden verknüpft ist.

2. Rückverfolgung bis zum Ursprungsland

Unternehmen müssen die Lieferkette bis zum Ursprungsland nachverfolgen können. Bei Rindfleisch bedeutet das: Welches Tier, welche Farm, welche Koordinaten? Bei Palmöl: Welche Ölpalmen-Plantage, welches Datum des letzten Waldzustands?

In der Praxis bedeutet das: Zusammenarbeit mit Lieferanten, die Satellitendaten, Rückverfolgungszertifikate oder RFID-Systeme nutzen. Mehrere spezialisierte Softwareanbieter (TraceGains, FoodLogiQ, Sourcemap) bieten EUDR-konforme Tracing-Lösungen.

3. Risikobewertung und -minderung

Das EUDR-System teilt Länder in drei Risikokategorien ein: Die EU-Kommission veröffentlicht jährlich eine aktualisierte Länderliste.

Zeitplan und Übergangsfristen 2026

Sanktionen und Konsequenzen

Die EUDR sieht empfindliche Sanktionen vor: Erste Durchsetzungsmaßnahmen der nationalen Behörden (in Deutschland: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, BVL) werden für 2026-2027 erwartet.

Praktische Umsetzung: Was Unternehmen Tun

  1. Warensortiment prüfen: Welche Produkte fallen unter den EUDR-Scope?
  2. Lieferantengespräche führen: Können Lieferanten Geolokalisierungsdaten und Ursprungsnachweise liefern?
  3. IT-System wählen: EUDR-konforme Tracing-Software implementieren (oder ERP-Integration)
  4. Sorgfaltserklärungen testen: Testeinreichungen im EU-IS vor dem Pflichttermin
  5. Verträge anpassen: EUDR-Compliance-Klauseln in Lieferantenverträge aufnehmen
Verwandte Themen: CBAM und Klimaregulierung im Handel, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, und EU Nachhaltigkeitsberichterstattung CSRD.

FAQ: EUDR 2026

Welche Unternehmen sind von der EUDR betroffen? Alle Unternehmen, die unter die sieben Rohstoffe (Rind, Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Holz, Kautschuk) fallende Waren in die EU einführen oder aus der EU ausführen. Großunternehmen ab 31.12.2025, KMU ab 30.06.2026. Was sind Geolokalisierungsdaten im EUDR-Kontext? GPS-Koordinaten oder Polygone, die das Erzeugergrundstück eindeutig identifizieren. Bei Betrieben < 4 Hektar reicht ein Punkt (Lat/Long). Bei größeren Flächen sind Polygone erforderlich. Lieferanten müssen diese Daten bereitstellen. Was ist bei Nicht-Compliance zu erwarten? Bußgelder mindestens 4% des EU-Jahresumsatzes, Konfiszierung der Waren, Ausschluss von EU-Vergabeverfahren. Erste Kontrollen durch nationale Behörden (BVL in Deutschland) für 2026-2027 angekündigt.

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Waren fallen unter die EUDR?

7 Rohstoffe: Rind, Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Holz, Kautschuk — und daraus hergestellte Produkte. Erzeugt nach 31.12.2020 auf entwaldetem Land.

Ab wann gilt die EUDR für KMU?

Für KMU (≤250 MA, ≤50 Mio.€) gilt die EUDR ab 30. Juni 2026. Großunternehmen seit 31.12.2025.

Was sind die EUDR-Sorgfaltspflichten?

Sorgfaltserklärung einreichen, Lieferkette bis Ursprungsland rückverfolgen, Entwaldungsrisiko bewerten und mindern.