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EUDR-Leitfaden 2026: Die EU-Entwaldungsverordnung komplett erklaert

Veroeffentlicht: 2026-03-27 Lesezeit: 2 Min.
EUDR-Leitfaden 2026: Die EU-Entwaldungsverordnung komplett erklaert

Was ist die EUDR? Die EU-Entwaldungsverordnung verstehen

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) ist ein bahnbrechendes Gesetz, das den europaeischen Markt von Produkten befreien soll, die mit Entwaldung und Waldschaedigung in Verbindung stehen. Seit dem 30. Dezember 2024 ist die Verordnung fuer grosse Unternehmen verbindlich.

Die zentrale Botschaft: Wer bestimmte Rohstoffe oder daraus hergestellte Produkte in die EU einfuehrt oder innerhalb der EU vermarktet, muss nachweisen, dass fuer deren Herstellung nach dem 31. Dezember 2020 kein Wald gerodet wurde.

Warum diese Verordnung?

Die EU ist einer der groessten Importeure von Rohstoffen, deren Produktion mit Entwaldung verbunden ist. Studien zeigen, dass rund 10 Prozent der weltweiten Entwaldung auf den EU-Konsum zurueckgehen. Die EUDR soll diesen oekologischen Fussabdruck deutlich reduzieren — ohne den Handel vollstaendig einzuschraenken.

Betroffene Rohstoffe und Produkte

Die EUDR erfasst sieben Rohstoffe und eine Vielzahl daraus hergestellter Produkte:
RohstoffBeispielprodukteHauptherkunftslaender
RinderRindfleisch, Leder, GelatineBrasilien, Argentinien
KakaoSchokolade, Kakaobutter, KakaopulverElfenbeinkueste, Ghana
KaffeeRoestkaffee, loeslicher KaffeeBrasilien, Vietnam
PalmoelSpeiseoel, Kosmetik, BiodieselIndonesien, Malaysia
KautschukReifen, Gummiwaren, LatexprodukteThailand, Indonesien
SojaSojaschrot, Sojaoel, TierfutterBrasilien, Argentinien
HolzSchnittholz, Moebel, Papier, KartonVerschiedene

Zeitplan und Fristen

  1. 30. Dezember 2024: Anwendungsbeginn fuer grosse Unternehmen
  2. 30. Juni 2025: Anwendungsbeginn fuer KMU (verschobene Frist)
  3. Laufend: EU-Kommission veroeffentlicht Laender-Benchmarking (Standard, Niedrig, Hoch)
  4. 2028: Erste Ueberpruefung der Verordnung, moegliche Erweiterung auf weitere Oekosysteme

Die Sorgfaltspflichten im Detail

Die EUDR verlangt ein dreistufiges Sorgfaltspflichtensystem:
  1. Informationssammlung: Genaue Daten ueber die Herkunft der Rohstoffe, einschliesslich Geolokalisierungsdaten der Anbauflaechen
  2. Risikobewertung: Analyse des Entwaldungsrisikos basierend auf Herkunftsland, Lieferant und weiteren Faktoren
  3. Risikominderung: Bei identifizierten Risiken muessen geeignete Massnahmen ergriffen werden, bevor die Waren auf den Markt gebracht werden
Besonders die Geolokalisierungsdaten sind eine Herausforderung. Sie muessen die genauen Parzellen angeben, auf denen die Rohstoffe angebaut wurden — mit GPS-Koordinaten und Polygondaten.

Wer ist betroffen?

Die EUDR gilt fuer: Grossse und kleine Unternehmen unterliegen unterschiedlich strengen Anforderungen. KMU haben vereinfachte Sorgfaltspflichten und laengere Uebergangsfristen.

Praktische Umsetzung

Details zu den Sanktionen finden Sie unter EUDR-Strafen. Die konkreten Sorgfaltspflichten erklaeren wir im Artikel zur EUDR-Sorgfaltspflicht.

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab wann gilt die EUDR?

Fuer grosse Unternehmen gilt die EUDR seit dem 30. Dezember 2024. Fuer KMU wurde die Frist auf den 30. Juni 2025 verschoben. Die Verordnung ist unmittelbar anwendbar, ohne nationale Umsetzung.

Welche Produkte fallen unter die EUDR?

Die EUDR erfasst sieben Rohstoffe (Rinder, Kakao, Kaffee, Palmoel, Kautschuk, Soja, Holz) und alle daraus hergestellten Produkte — von Schokolade ueber Moebel bis hin zu Biodiesel.

Was sind Geolokalisierungsdaten und warum sind sie wichtig?

Geolokalisierungsdaten sind GPS-Koordinaten der Anbau- oder Ernteflaechen. Sie sind das Kernstück der EUDR-Compliance, weil nur damit nachgewiesen werden kann, dass fuer die Produktion kein Wald gerodet wurde.