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Grundlagen

EUDR: Die EU-Entwaldungsverordnung im Ueberblick

Veroeffentlicht: 2026-03-27 Lesezeit: 2 Min.
EUDR: Die EU-Entwaldungsverordnung im Ueberblick

EUDR: Europas Kampf gegen die Entwaldung

Jedes Jahr verschwinden weltweit rund 10 Millionen Hektar Wald — eine Flaeche so gross wie Suedkorea. Die EU traegt als grosser Importeur von Agrarrohstoffen erheblich dazu bei. Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung EU 2023/1115) will das aendern: Produkte, die mit Entwaldung oder Waldschaedigung in Verbindung stehen, duerfen kuenftig nicht mehr auf den EU-Markt gebracht werden.

Das klingt simpel, die Umsetzung ist es nicht. Unternehmen muessen nachweisen, dass ihre Produkte entwaldungsfrei sind — und das erfordert Transparenz bis zum Anbaugebiet.

Was die EUDR regelt

Die Verordnung verbietet das Inverkehrbringen, die Bereitstellung auf dem Markt und den Export von sieben Rohstoffen und deren Erzeugnissen, wenn:
  1. Sie auf Flaechen produziert wurden, die nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet wurden
  2. Sie nicht im Einklang mit den Gesetzen des Erzeugerlands hergestellt wurden
Beide Bedingungen muessen erfuellt sein: entwaldungsfrei UND legal.

Die sieben EUDR-Rohstoffe

RohstoffWichtigste ErzeugnisseHauptherkunft
RinderLeder, RindfleischBrasilien, Argentinien
KakaoSchokolade, KakaopulverCote d'Ivoire, Ghana
KaffeeRoestkaffee, loeslicher KaffeeBrasilien, Vietnam
OelpalmePalmoel, DerivateIndonesien, Malaysia
KautschukReifen, GummiprodukteThailand, Indonesien
SojaSojaschrot, SojamehlBrasilien, Argentinien
HolzMoebl, Papier, HolzkohleDiverse

Stichtag: 31. Dezember 2020

Die EUDR verwendet den 31. Dezember 2020 als Cut-off-Datum. Produkte von Flaechen, die vor diesem Datum Wald waren und danach gerodet wurden, duerfen nicht in die EU importiert werden. Das Datum ist bewusst so gewaehlt — es entspricht dem Zeitpunkt, zu dem die EU die Verordnung angekuendigt hat.

Wer ist betroffen?

Die EUDR unterscheidet zwei Kategorien: Marktteilnehmer (Operators): Unternehmen, die betroffene Produkte erstmals auf den EU-Markt bringen — typischerweise Importeure. Sie tragen die volle Sorgfaltspflicht. Haendler (Traders): Unternehmen, die betroffene Produkte weiterverkaufen. Grosse Haendler haben dieselben Pflichten wie Marktteilnehmer, kleine Haendler vereinfachte Pflichten.

Zeitplan

Kernpflichten

  1. Sorgfaltserklaerung abgeben: Bevor ein Produkt auf den Markt gebracht wird
  2. Geolokalisierung bereitstellen: GPS-Koordinaten der Anbauflaechen
  3. Risikoanalyse durchfuehren: Bewertung des Entwaldungsrisikos
  4. Risikominderung umsetzen: Bei erhoehtem Risiko Massnahmen ergreifen
  5. Dokumentation aufbewahren: Mindestens fuenf Jahre

Was bei Verstoessen droht

Die Sanktionen sind bewusst abschreckend: Mindestens 4% des EU-Jahresumsatzes, plus Beschlagnahmung der Waren und moeglicher Marktausschluss.

Naechste Schritte fuer Unternehmen

  1. Pruefen Sie, ob Ihre Produkte betroffen sind
  2. Beginnen Sie mit der Sorgfaltspflicht
  3. Sichern Sie Geolokalisierungsdaten Ihrer Lieferanten
  4. Evaluieren Sie eine Compliance-Software
  5. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist die EUDR?

Die EUDR (EU-Entwaldungsverordnung) verbietet den Import und Verkauf von Produkten, die mit Entwaldung nach dem 31.12.2020 in Verbindung stehen. Sie betrifft sieben Rohstoffe: Rinder, Kakao, Kaffee, Oelpalme, Kautschuk, Soja und Holz.

Ab wann gilt die EUDR?

Fuer grosse Unternehmen ab dem 30. Dezember 2025, fuer KMU ab dem 30. Juni 2026.

Was droht bei Verstoessen?

Bussgelder von mindestens 4% des EU-Jahresumsatzes, Beschlagnahmung der Waren und moeglicher temporaerer Marktausschluss.