EUDR 2025 : welche Unternehmen zuerst Sorgfaltspflichten erfüllen müssen
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) verpflichtet Großunternehmen ab dem 30. Dezember 2025 zur Einhaltung der Sorgfaltspflichten. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben bis zum 30. Juni 2026 Zeit. Betroffen sind Unternehmen, die sieben Schlüsselrohstoffe oder daraus hergestellte Erzeugnisse auf dem EU-Markt in Verkehr bringen oder exportieren.
Die sieben EUDR-Rohstoffe im Überblick
Nur Unternehmen, die folgende Rohstoffe oder deren Verarbeitungsprodukte handeln, sind direkt EUDR-pflichtig:
- Rinder (Fleisch, Leder, lebende Tiere)
- Kakao (Schokolade, Kakaopulver, Kakaobutter)
- Kaffee (Röst- und Instantkaffee)
- Ölpalme (Palmöl, Palmkerne, Kosmetika)
- Soja (Sojaöl, Sojaschrot, Tofu)
- Holz (Möbel, Papier, Zellstoff, Holzbauprodukte)
- Kautschuk (Reifen, Handschuhe, Dichtungen)
Wer ist zuerst betroffen? Großunternehmen ab Dezember 2025
| Unternehmenstyp | Schwellenwerte | Anwendungsdatum |
|---|---|---|
| Großunternehmen | > 250 Mitarbeiter ODER > 50 Mio. € Umsatz | 30. Dezember 2025 |
| KMU | ≤ 250 Mitarbeiter UND ≤ 50 Mio. € Umsatz | 30. Juni 2026 |
| Kleinstunternehmen | < 10 Mitarbeiter UND < 2 Mio. € Umsatz | Vereinfachte Pflichten |
Die drei Sorgfaltspflicht-Stufen
- Informationserfassung: GPS-Koordinaten der Anbauflächen, Lieferantendokumentation, Länder- und Parzellenangaben für jeden Rohstoff.
- Risikobewertung: Länderklassifizierung durch die Kommission (niedrig/mittel/hoch). Für Niedrigrisikoländer gelten vereinfachte Anforderungen.
- Risikominderung: Bei mittlerem oder hohem Risiko: Audits, EUDR-Vertragsklauseln bei Lieferanten, Zertifizierungen.
Vor jeder Markteinführung ist eine Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement) über das EU-Informationssystem einzureichen. Lesen Sie auch unsere Artikel zur EUDR-Umsetzung in der Lieferkette und zur Länderklassifizierung der EU-Kommission.
Bußgelder bei Verstößen
Die EUDR sieht Bußgelder von mindestens 4 % des EU-Jahresumsatzes vor, ergänzt durch Beschlagnahme der Erzeugnisse, temporären Ausschluss von öffentlichen Aufträgen und öffentliche Bekanntmachung der Verstöße.
FAQ — EUDR Unternehmspflichten 2025
Gilt die EUDR auch für in der EU hergestellte Produkte?
Ja. Die EUDR gilt sowohl für importierte als auch für in der EU produzierte Erzeugnisse, die die sieben Schlüsselrohstoffe enthalten. Ein deutsches Möbelunternehmen, das in Deutschland produziert aber Holz aus entwaldungsgefährdeten Regionen bezieht, ist genauso pflichtig wie ein Importeur. Entscheidend ist, ob das Endprodukt auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht wird.
Was bedeutet "entwaldungsfrei" im Sinne der EUDR?
Im Sinne der EUDR gilt eine Fläche als entwaldungsfrei, wenn sie nach dem Stichtag 31. Dezember 2020 nicht entwaldet oder degradiert wurde. Unternehmen müssen nachweisen, dass die Rohstoffe aus Flächen stammen, die an diesem Stichtag keine Waldgebiete waren oder seitdem nicht durch landwirtschaftliche Nutzung entwaldet wurden.
Erleichtern Zertifizierungen wie FSC oder RSPO die EUDR-Compliance?
Bestehende Zertifizierungen wie FSC (Holz) oder RSPO (Palmöl) erleichtern die EUDR-Compliance, ersetzen sie aber nicht vollständig. Die EUDR erfordert stets parzellenspezifische GPS-Daten, die viele Zertifizierungen traditionell nicht liefern. Die Kommission prüft noch, welche Systeme als gleichwertig anerkannt werden können.